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Movement No.2 ist eine elektronische Komposition von
Elena Gantschikova, zu der Randall Scott eine Choreographie für vier Tanzer entwickelte und den Titel erfand. Denn um den interdiszipliniiren Charakter des Abends erhaltèn zu kônnen, muBte, nachdem die Komposition Kapyrins als ursprünglich geplante zweite Choreographie nicht zur Verfügung stand, nach einer anderen Lôsung gesucht werden. Dabei stieB man auf eine elektronische Komposition von Elena Gantschikova, die sie für einen Tanzer geschrieben hatte und die sich relativ unaufwendig den Erfordemissen des Synergien-Projekts anpassen lieB. Das Stück, das im elektronischen Studio von Bourges entstanden war, bezog sich ursprünglich auf einen biblischen
Stoff und hieB Judas Iscariotte. Vokale Momente, zwischen Chor und Solostimmen aufgeteilt, stellten den thematischen Rahmen her. ln der überarbeiteten Fassung nun wurde auf den konkreten inhaltlichen Bezug verzichtet.
Die Komponistin kürzte die Textpartien und gestaltete
auch einige der von ihr verwendeten computergenerierten
Klanggesten um. Als bestimmend für den Eindruk erwies sich besonders die raumliche Komponente dieser
Musik: Die Klange selbst schienen Volumen zu besitzen.
Sie erhielten verschiedene Charakteristiken, konnten kôrnig wirken, rauh oder glatt oder spitz, rund und voll
erscheinen. Diese spezifischen, klar voneinander abgesetzten Gesteri gliedem das Stück in mehrere, auch rhythmisch unterschiedene Teile, so daB sich der choreografische Entwurf mit seinen vielfaltigen Ausdrucksebenen
gut darauf beziehen lieB. Randall Scott entwickelte danach eine Tanzskizze, die er Movement No.2 taufte und deren wichtigstes Moment eine frei im Raum stehende Wand bildete, auf die sich die Bewegungsablaufe der Tanzer ausrichteten. Sie fungierte quasi als eih manifester Widerpart, von dem sich die Tanzer abstoBen konnten, der ihnen -Ruhepunkt und Hindemis zugleich -neue Energie vermittelte. Wahrend die Beziehungen zwischen den Tanzem sich standig in neuen und Konstellationen transformierten, stellte sie einen Fixpunkt. dar, der die Koordinaten im Raum bestimmte. Vielleicht ist es vor diesem Hintergrund auch als ein Akt der Befreiung zu deuten, daB sich die Tanzer am Ende von der Wand lôsten und einem anderen Element zuwdten, dem Wasser.

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